Aebi, Heinz (1950-)

Aebi, Heinz (1950-)

Bürger von Nenzlingen BL (vor 2003 Heimiswil BE), geboren 1950 im Kanton Uri, aufgewachsen ab 1959 in Twann am Bielersee, verheiratet mit Annemarie Aebi, 5 Kinder, wohnhaft in Nenzlingen BL.
1973-1985 Lehrer in Nenzlingen, später Angestellter und Geschäftsleiter im Baunebengewerbe. Seit 1996 Mitarbeiter des Amts für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft.
Mitglied der Sozialdemokratischen Partei SP. 1978-1985 und 1996-2008 Gemeindepräsident von Nenzlingen, 1978 jüngster Gemeindepräsident im Kanton Bern; 1990 Wahl in den Grossen Rat des Kantons Bern; 18.04.1994-30.06.2007 Mitglied des Landrats des Kantons Basel-Landschaft und folgender Landratskommissionen:
01.07.1999 - 30.06.2007 Oberrheinrat
22.06.1994 - 30.06.2007 Geschäftsprüfungskommission
11.12.2003 - 02.11.2006 Spezialkommission Ombudsman
19.09.1996 - 08.01.1998 Spezialkommission Landwirtschaftsgesetz
13.12.1995 - 10.06.1996 Spezialkommission Regierungsprogramm 95/99

A. exponierte sich stark im langjährigen Prozess um den Kantonswechsel des Bezirks Laufen durch sein Engagement auf der Seite der Probaselbieter. Ab 1978 war er Delegierter der Gemeinde Nenzlingen im Komitee «Ja zur Besten Lösung». Nach der Ablehnung des Laufentalvertrags vom 11. September 1983 durch das Laufentaler Stimmvolk wollte er die politische Integration der Talschaft Laufen in der Nordwestschweiz trotz der Abstimmungsniederlage weiterverfolgen. Er beteiligte sich an der Gründung der Laufentaler Bewegung LB und wurde noch an der Gründungsversammlung vom 11. Mai 1984 zum Präsidenten gewählt. A. blieb bis 1994 in dieser Funktion aktiv, u.a. als Redaktor des LB-Organs dr Laufetaler von März 1984 bis März 1989.
Nach Bekanntwerden der Berner Finanzaffäre, bei der geheime Zahlungen des Kantons Bern an die Kampagne der Berntreuen im Laufental ans Licht kamen, reichte A. mit vier weiteren Laufentaler Stimmbürgern beim Berner Grossen Rat eine Abstimmungsbeschwerde ein und zog diese bis ans Bundesgericht weiter. Das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 1988 verfügte die Wiederholung der Abstimmung und stellte so die Weichen für den späteren Übertritt des Amtsbezirks Laufen zum Kanton Basel-Landschaft. Im Frühjahr 1986 wurde A. als Vertreter der Gemeinde Nenzlingen in den Bezirksrat Laufental gewählt, ab Juni 1986 bis zu seinem Rücktritt 1994 war er dessen Vizepräsident. 1989 wurde er Mitglied der Verhandlungsdelegation (BL/BE/Bezirksrat), welche die Voraussetzungen zur Wiederholung der Laufental-Abstimmung vom 12. November 1989 erarbeitete. Im Dezember 1989 wurde auf A.s Privatwagen bei seinem Haus in Nenzlingen ein Brandanschlag verübt.
2003 wurde A. mit seiner Familie durch einen Regierungsentscheid in Nenzlingen eingebürgert, nachdem die Bürgergemeinde seinen Antrag 2000 und 2002 zweimal abgelehnt hatte.
Als Mitglied des Landrats des Kantons Basel-Landschaft engagierte sich A. in verschiedenen Vorstössen besonders für verkehrspolitische Anliegen (ÖV und Strassen) und für die Gleichberechtigung der Laufentaler Schülerinnen und Schüler.

Kiki Lutz, 10/10/2010
Letzte Aktualisierung: 3/12/2015

Bibliografie

Heinz Aebi, «Bei den öffentlichen Auftritten konnte ich mir Luft verschaffen», in Heinz Buser et al., Beschlüsse, Bilanzen, Bilder. Dokumente zum Kantonswechsel des Laufentals 1970-2003, Liestal 2004, S. 211-214
Behördenverzeichnis des Kantons Basel-Landschaft, Online Version (Stand vom 21.09. 2010): http://www.baselland.ch/aebi_heinz-htm.287800.0.html
Martin Brodbeck, «Vom Skandal zum guten Ende? Die Geschichte des Selbstbestimmungsverfahrens des Bezirks Laufen 1989 bis 1993», in Andreas Cueni (Hg.), Lehrblätz Laufental, Zürich 1993, S. 47-60
NNZ Online, 19. Januar 2002: «Gemeindepräsident als Ortsbürger unerwünscht»
NZZ am Sonntag, 3. August 2003: «Dickschädel aus dem Laufental. Heinz Aebi, Gemeindepräsident, wird doch noch eingebürgert. Von David Hesse»

Angaben erhalten von Heinz Aebi

Bildnachweis

Bildmaterial erhalten von Heinz Aebi