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Groupe Bélier (Jugendorganisation)

Der Groupe Bélier (Bélier = Widder) wurde im Juli 1962 durch das Rassemblement jurassien (RJ) als Vereinigung der separatistischen jurassischen Jugend gegründet. Die Initiative ging auf Marcel Brêchet und Michel Gury zurück. Die Organisation blieb bis 1981 dem RJ angegliedert.
Im Januar 1979 vereinigte sich der Groupe Bélier mit der Bewegung «Jeunesse-Sud», seinem Pendant aus dem Berner Jura. Im Februar 1985 kam es zu einer internen Reorganisation, bei der die fraction indépendante (unabhängige Fraktion) gegründet wurde. Diese Unterorganisation ist verantwortlich für die „militanten“ Aktionen (opérations «coup-de-poing»).
Die Organe des Groupe Bélier sind die Assemblée des responsables locaux (Versammlung der Ortsverantwortlichen), das Comité jurassien (jurassisches Komitee) und der Animateur principal (Hauptbetreuer). Mitglieder werden unter der separatistisch eingestellten Jugend angeworben und sind ungefähr zwischen 16 und 32 Jahren alt.

Die erste Aktionsform der Gruppe bestand in der Verteilung von Flugblättern im Kanton Bern und später in der ganzen Schweiz, mit dem Ziel, die Bevölkerung für die Jurafrage zu sensibilisieren. Seit 1965 organisiert der Groupe Bélier jährlich die Fête de la jeunesse jurassienne (das Fest der jurassischen Jugend) in Pruntrut (1988 in Tavannes).

Ab 1968 gab es eine Reihe von spektakulären Aktionen des Groupe Bélier. Durch sie wurde versucht den Kanton Bern und die Eidgenossenschaft zur Lösungsfindung in der Jurafrage zu drängen (im Mai 1968: die Aktion der „patriotischen Dienstverweigerer“, die sich in der Öffentlichkeit ihrer Militärausrüstung entledigen; im Juni 1968: Besetzung des Statthalteramtes in Delsberg; im Dezember 1968: Störung der Wahl von Ludwig von Moos zum Bundespräsidenten durch Eindringen in den Nationalratssaal; 1971: Die Tür des Rathauses in Bern zugemauert; 1972 und 1973 Besetzung der Schweizer Botschaft in Paris, bzw. in Brüssel; 1991: Aktionen in mehreren Schweizer Städten, welche die Trägheit der Behörden bei der Lösung der Jurafrage anprangerten, ...).
Die Teilung des Juras in Nord und Süd, die durch die Volksbegehren von 1975 erfolgte und 1979 endgültig institutionalisiert wurde, hat zu einer neuen Situation geführt, in der sich der Group Bélier neu hinterfragen und strukturieren musste. Heute wird er von einer neuen Generation geprägt, die in einer komplett veränderten politischen Situation agiert, aber ihren eigenen Weg dennoch weiter verfolgt.


Hauptbetreuer des Groupe Bélier : 1963 Pierre Beuret 1964 Bernard Varrin 1969 Gabriel Roy 1970 Pierre Grimm 1971 Jean-Claude Montavon 1978 Michel Houlmann 1981 Francis Spart 1984 Jean-Marc Baume 1985 Didier Carnazzi 1988 Jean-Luc Juillerat 1991 Daniel Pape 1993 Jean-Marie Frésard, Vize-Betreuer in der Interimszeit 1993 Karim Boukhris 1996 Blaise Willemin 1999 Gérald Jeanneret 2003 David Herdener 2006 Marc Freléchoux

Autor*in der ersten Version: Emma Chatelain, 18/05/2010

Übersetzung: Kiki Lutz, 21/07/2014

Bibliografie

Marcel Brêchet, Les années de braise. Histoire du Rassemblement jurassien de 1947 à 1975, Delémont, 2003 (éd. de 1996 revue et complétée), pp. 159-160, 413, 449

François Kohler, « Groupe Bélier », in Bernard Prongué (dir.), Le canton du Jura de A à Z, Porrentruy, 1991, pp. 126-127

Gilbert Ganguillet, Le conflit jurassien. Genèse et trajectoire d’un conflit ethno-régional, Zurich, 1998, pp. 87-89

Informationen erhalten von Laurent Donzé

Zitiervorschlag

Emma Chatelain, «Groupe Bélier (Jugendorganisation)», Lexikon des Jura / Dictionnaire du Jura (DIJU), https://www.diju.ch/d/notices/detail/3917-groupe-belier-jugendorganisation, Stand: 23/06/2024.

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