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Billieux, Xaveria Eleonora Conradina von (1771-1841)

Geb. von Andlau, getauft am 25. Januar 1771 in Arlesheim, gestorben ebenda am 11. August 1841. Tochter des Landvogtes von Birseck, Franz Carl von Andlau, und der Balbina von Andlau, geb. von Staal. Verheiratet mit Ursanne Conrad Joseph von Billieux. Zahlreiche Geschwister, darunter Conrad von Andlau, der 1814-1815 Generalgouverneur des ehemaligen Fürstbistums Basel war. Nichte des Domherrn Heinrich von Ligerz. Kinderlos. Katholisch.
Xaveria Eleonora Conradina, genannt Laure, wird 1787 Stiftsdame in Remiremont. Infolge der Französischen Revolution wird das adelige Stift Remiremont am 7. Dezember 1790 aufgehoben. Sie verliert ihre Pension als Stiftsdame und kehrt zu ihrer Familie zurück. Sie lebt zunächst mit ihrer Mutter Balbina und einigen ihrer Geschwister mehrere Jahre im Exil in Hägendorf bei Olten (1793-1797) und folgt ihnen dann nach Freiburg i. Br.
1801 heiratet sie im Münster zu Freiburg i. Br. Ursanne Conrad Joseph von Billieux und zieht mit ihm nach Pruntrut. Dort pflegt B. ihren geistig behinderten Onkel Heinrich von Staal (1740-1809) sowie die betagte Maria Victoria Magdalena von Ligerz, geb. Rinck von Baldenstein (1719-1810). Nach dem Tod der beiden Pflegefälle engagiert sie sich beim Wiederaufbau der Eremitage in Arlesheim.
Als die Alliierten nach der Völkerschlacht bei Leipzig im nun "Fürstentum Pruntrut' genannten ehemaligen Fürstbistum Basel einmarschieren, das seit 1793 zu Frankreich gehörte und nach der Niederlage Napoléons wieder von ihm losgelöst werden sollte, beweist B. Ende 1813 Zivilcourage. Der Kommandant einer bayerischen Division drohte, das ganze Dorf Chevenez abzubrennen, um sich für Schüsse auf seine Truppen zu rächen. Durch B.'s beherzte Bitten kann dieses Drama verhindert werden.
Als Conrad von Billieux 1816 als Mitglied des Kleinen Rates nach Bern berufen wird, zieht das Ehepaar in diese Stadt. 1822 erfolgt die Rückkehr nach Pruntrut. Nach dem Tode ihres Gemahls zieht B. 1824 zu ihren Geschwistern nach Freiburg i. Br. Als diese alle gestorben sind, zieht sie sich um 1840 wieder in ihren Geburtsort Arlesheim zurück.

Vanja Hug, 15/04/2011
Letzte Aktualisierung: 21/06/2011

Archivbestände

Staatsarchiv Freiburg i. Br., Depositum von Mentzingen, Signatur U 100/1, Nr. 731, 734, 883

Bibliografie

Vanja Hug, Die Eremitage in Arlesheim ' ein Englisch-Chinesischer Landschaftsgarten der Spätaufklärung, Bd. 1, Worms, 2008, S. 91-93
Jean-Pierre Bélet, Mémoires pour servir à l'histoire du Pays de Porrentruy depuis l'invasion des alliés jusqu'en 1883, Bd. 1, Porrentruy, 1971, S. 6.