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Interjurassische kulturelle Kommission (IJKK)

Die Interjurassische kulturelle Kommission (Commission culturelle interjurassienne CCIJ) wurde als erste bikantonale Kulturkommission im Jahr 2006 konstituiert. Das Ziel der IJKK bestand darin, zur Förderung und Ausstrahlung der kulturellen Tätigkeiten beizutragen, die in den Zuständigkeitsbereich der Kulturbeauftragten fallen und von interjurassischer Tragweite sind.
Die IJKK bestand aus acht Mitgliedern, je vier pro Kantonsregierung. Die Gründung der IJKK geht auf die Verabschiedung der Resolution Nr. 55 durch die Interjurassische Versammlung IJV am 20. Dezember 2001 zurück. Darin wurden die beiden Kantonsregierungen beauftragt, eine gemeinsame Institution zur Kulturförderung im Berner Jura und im Kanton Jura einzurichten.
Ein Jahr später, am 18. Dezember 2002, beriefen die Regierungen der Kantone Bern und Jura die Arbeitsgruppe «Gemeinsame Kulturförderung» mit folgenden Mitgliedern:

- Präsident: Daniel Ruedin, Leiter der Kulturförderung im Kanton Neuenburg
- Berner Delegation: Jacques Hirt, Anne Girod Marchand, Claude Merazzi, alle drei Mitglieder der «Commission francophone chargée des affaires culturelles générales»
- Jurassische Delegation: Michel Hauser (Leiter der Denkmalpflege), Odile Montavon (Präsidentin des «Forum interjurassien de la culture»), Jean-René Ramseyer (ehem. Parlamentsabgeordneter des Kantons Jura).

Die erste Aufgabe der Arbeitsgruppe bestand in einer Beteiligung an der Wahl der Kulturbeauftragten beider Kantone. Im Juni 2003 machten beide Regierungen gleichzeitig Mitteilung über die Ernennung von Anne-Catherine Sutermeister als Leiterin der frankophonen Abteilung der Berner Kulturförderung und Jean Marc Voisard für den Kanton Jura.
In der Zwischenzeit hatte die Arbeitsgruppe beiden Regierungen ihren Zwischenbericht, den sog. Ruedin-Bericht vom 26. März 2003, zukommen lassen. Dieser schlug eine prozessorientierte Struktur für die IJKK vor, zudem verschiedene Projekte und Massnahmen wie die Einrichtung eines interjurassischen Theatersaals, einer interjurassischen Literaturkommission und eines jurassischen Laien-Symphonieorchesters sowie Abklärungen zur Finanzierung für die Weiterführung der jurassischen Volkshochschule, eine Revision der Finanzierungsform des Kantons Bern gegenüber der Société jurassienne d’Emulation (SJE) und eine Neuausrichtung der Museumspolitik.
Am 17. September 2003 wurde der Ruedin-Bericht von der Bildungsministerin des Kantons Jura, Elisabeth Baume-Schneider, und vom Erziehungsdirektor des Kantons Bern, Mario Annoni, angenommen. Gleichzeitig wurde das Mandat der Arbeitsgruppe verlängert.
Am 12. Juni 2004 fand in Bellelay die erste gemeinsame Sitzung der «Commission jurassienne des affaires culturelles (CCA)» (gegründet 2004 und dem Amt für Kultur des Kantons Jura angegliedert) und der «Commission francophone chargée des affaires culturelles générales» des Kantons Bern statt. Die Vereinigung der beiden Kulturkommissionen tagte unter dem Namen C18 und bestand aus folgenden Mitgliedern:

- Für den Kanton Jura: Jean-Marie Moeckli, Präsident; Odile Montavon, Co-Präsidentin; Joël Vallat, Co-Präsident; Vincent Baume; Michel Haenggi; Marie-Jeanne Liengme; Jean-Louis Miserez; Anne Schild; Olivier Tschopp und Jean Marc Voisard
 - Für den Kanton Bern: Claude Merazzi, Präsident; Roger Fiechter; Anne Girod Marchand; Michelle Berri; Pierre-Edouard Hefti; Anne-Marie Heiniger; Jacques Hirt; Mirei Lehmann; Jean-René Moeschler und Anne-Catherine Sutermeister.

Im Verlauf des Jahres 2004 hiess die C18 das Projekt eines regionalen Kulturzentrums («Centre régionale d'expression artistique CREA») gut und beschloss, es bei den Regierungen zu beantragen – ebenso die Unterstützung des Festivals «EviDanse» mit einem ausserordentlichen Beitrag in Höhe von CHF 50'000.- (CHF 25'000.- pro Kanton).
Am 8. November und am 14. Dezember 2004 unterzeichneten die Regierung des Kantons Jura bzw. der Regierungsrat des Kantons Bern die «Interkantonale Vereinbarung zwischen dem Kanton Bern und dem Kanton Jura zur Einrichtung der interjurassischen kulturellen Kommission (IJKK)»
Im Jahr 2005 verfasste die C18 eine Prioritätenliste und leitete die Vorbereitungsarbeiten für eine interkantonale Literaturkommission ein. Das Projekt CREA wurde vorangetrieben und das Vorprojekt am 3. Oktober 2005 den Medien präsentiert. Am 14. Dezember ernannten die beiden Regierungen die Mitglieder der IJKK, was die Auflösung der C18 nach sich zog. Die erste Sitzung der IJKK fand am 19. Januar 2006 in Delsberg statt.
Der erste Preis der IJKK wurde am 8. Mai 2006 an Künstler/innen aus der Juraregion in der Sparte Fotografie/Video vergeben. Die Preisträger sind Garance Finger aus Courtételle und Alexandre Girod aus Moutier. Im Jahr 2006 gründete die IJKK auch die Arbeitsgruppe «Theater und Tanz».

Im August 2010 kam es zu einem ersten Rückschlag: Die Berner Regierung verzichtete aus finanziellen Gründen auf die weitere Unterstützung des Projekts CREA, kurz nachdem der Weg zu einem CREA an zwei Standorten (Delsberg und Bévilard) geebnet worden war.

In den Jahren 2013 / 2014 drehten sich die Gespräche zwischen Delsberg und Bern vor allem um das Ziel, die IJKK zu erhalten und ihr neue Aufgaben zuzuweisen. Doch schon bald erliessen die beiden Kantone eine gemeinsame Medienmittteilung, in der es hiess: «Als Folge von politischen Entscheiden in beiden Kantonen konnten konkrete Projekte allerdings nicht umgesetzt werden. Das Ergebnis der regionalen Abstimmung vom 24. November 2013 im Berner Jura zum Einleiten eines Verfahrens zur Gründung eines neuen, aus dem Berner Jura und dem Kanton Jura bestehenden Kantons, hat die jurassische Kantonsregierung bewogen, auf die gemeinsame Kulturkommission zu verzichten».

Am 15. Juni 2015 kündigte zunächst die jurassische Regierung die Gründungsvereinbarung der IJKK auf, gefolgt vom Berner Regierungsrat am 1. Juli 2015. Die interkantonale Vereinbarung, welche die IJKK eingesetzt hatte, war damit vom Tisch und lief offiziell am 31. August 2015 aus. Die Aufgaben der IJKK wurden auf diverse bestehende Kulturkommissionen verteilt. So übernahm die «Interkantonale Bühnenkunstkommission» die beiden grossen Dossiers «Réseau ARS» (BE) und das Projekt CREA (JU). Die weiteren laufenden Projekte der IJKK wurden den jeweiligen Fachkommissionen der beiden Kantone zugewiesen.


Emma Chatelain, 14/07/2008
Übersetzung: Kiki Lutz, 2/07/2012
Letzte Aktualisierung: 18/09/2015

Archivbestände

Mémoires d'Ici (Saint-Imier), Dokumentation "Commission culturelle interjurassienne"

Bibliografie

www.be.ch (Medienmitteilungen, 25.03.2010 ; 27.08.2010 ; 03.11.2011 ; 27.09.2013 ; 03.07.2015)
www.jura.ch (Medienmitteilungen, 03.07.2015)

Link: http://www.ccij-culture.ch/