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Assemblée constituante (Verfassunggebende Versammlung)

Die Assemblée constituante (Verfassunggebende Versammlung) hatte den Auftrag, die Verfassung für den neuen Kanton mit Namen «Republik und Kanton Jura» auszuarbeiten. Sie wurde am 21. März 1976 vom Volk gewählt und nahm ihre Arbeit am 12. April 1976 in Delsberg auf. Die Gründungsversammlung tagte am 13. und 14. April in Pruntrut. Die Verfassunggebende Versammlung setzte sich aus 50 Mitgliedern zusammen: 19 der christlichdemokratischen Volkspartei, 11 der freisinnig-liberalen Partei und 10 Sozialdemokraten. Die übrigen Sitze teilten sich der Parti chrétien-social indépendant (unabhängige christlichsoziale Partei) mit 7, die schweizerische Volkspartei mit 2, und der Parti radical réformiste mit einem Sitz. Einziges weibliches Mitglied war die Sozialdemokratin Valentine Friedli. Ein Jahr später, am 20. März 1977, wurde die jurassische Verfassung vom Volk angenommen. Sie enthält acht Kapitel und 138 Artikel, welche folgende Gebiete regeln:

1. Staatshoheit des Kantons (Art. 1-5)
2. Grundrechte (Art. 6-16)
3. Aufgaben des Staates (Art. 17-54)
4. Organisationsstruktur des Staates (Art. 55-107)
5. Organisation der Bezirke und Gemeinden (Art. 108-120)
6. Staatshaushalt (Art. 121-129)
7. Beziehung zwischen Staat und Kirche (Art. 130-134)
8. Verfassungsreform (Art. 135-138)

Gemäss Bundesverfassung bedarf jede Kantonsverfassung der Gewährleistung durch Bundesbeschluss. Die neue jurassische Kantonsverfassung wurde dem Bewilligungsverfahren durch die Eidgenossenschaft unterzogen. Am 28. September 1977 wurde die Gewährleistung der Verfassung erteilt, mit Ausnahme des Art. 138, der eine mögliche Angliederung der drei Amtsbezirke des Berner Jura an den Kanton Jura vorsieht.

Emma Chatelain, 1/01/2008
Übersetzung: Kiki Lutz, 18/05/2010
Letzte Aktualisierung: 24/09/2013

Bibliografie

Charles-André Gunzinger et Denis Moine, L’Assemblée constituante jurassienne, Delémont, 1976

Ernest Weibel, Institutions politiques romandes, Fribourg, 1990, pp. 117-119