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Komitee von Moutier

Die Gründung dieser Organisation „zur Verteidigung der Rechte und Interessen des Jura“ (« pour la défense des droits et des intérêts du Jura ») wurde am 20. September 1947 anlässlich der öffentlichen Demonstration in Delsberg als Reaktion auf die Affäre Möckli beschlossen. Dieses Ereignis wird im Allgemeinen mit dem Beginn der Jurafrage gleichgesetzt. Die Gründung erfolgte am 2. Oktober 1947 in Moutier. Die Organisation mit 23 Mitgliedern (Präsident: Louis Bueche aus St-Imier, Sekretär: René Steiner aus Delsberg) erhielt den Auftrag, einen „Forderungs- und Aktionsplan“ (« programme de revendications et d’action ») zu erstellen und vor allem rechtliche, verfassungsrechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Studien zur Abklärung der Frage einer möglichen jurassischen Autonomie in Auftrag zu geben. Am 30. April 1948 publizierte das K. die Broschüre La Question jurassienne présentée au Gouvernement du Canton de Berne (= Die Jurafrage – Präsentation z. Hd. der Regierung des Kantons Bern), welche eine Anzahl Forderungen wirtschaftlicher, kultureller und politischer Art enthielt und zum Schluss ein föderalistisches Zweikammer-System als Teil des Berner Staats vorschlug. Die Berner Regierung akzeptierte einen Teil der Forderungen, stellte sich aber gegen jede Aufteilung der Staatshoheit. Daraufhin wurde eine Verfassungsänderung ausgearbeitet und am 29. Oktober 1950 durch eine Volksabstimmung eingesetzt. Die Änderung schrieb die Anerkennung des jurassischen Volkes als eigene ethnische Gruppe innerhalb des Kantons Bern fest. Ihre Durchsetzung bedeutete gleichzeitig das Ende der Aktivitäten des Komitees von Moutier (13. November 1952).

Emma Chatelain, 13/01/2006
Übersetzung: Kiki Lutz, 18/05/2010
Letzte Aktualisierung: 11/11/2013

Bibliografie

Michel Hauser, Le Comité de Moutier : son époque et son œuvre, Fribourg, 1979'


Michel Hauser, « Comité de Moutier », in Bernard Prongué (dir.), Le canton du Jura de A à Z, Porrentruy, 1991, pp. 86-87