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Théâtre-Ciné-Variétés Le Royal, Tavannes (1918)

1917 wurde in Tavannes das Varietétheater-Kino «Le Royal» erbaut. Es ersetzte das bescheidenere Royal Vio, das seit 1912 in einem Restaurant betrieben worden war. Mit dem Neubau des Architekten W. Renck besass Tavannes um 1918 die grösste Leinwand in der Romandie.
Am 24. Februar 1918 fand die Eröffnung statt. Anfänglich bot das Royal drei verschiedene Vorstellungen pro Woche an. Gegen 1920 wechselte es unter dem Betreiber Charles Gwinner vorübergehend den Namen in «Cinéma Pathé». Im Januar 1926 wurde die «Société Théâtre, Cinéma, Variété Le Royal AG» aufgelöst. Charles Gwinner übernahm das Haus als neuer Besitzer, ging aber 1933 in Konkurs. Daraufhin wurde das Kino zusammen mit seinem Sanitär-Geschäft zwangsversteigert. Der neue Besitzer hiess Tirzio Franzescoli. Er betrieb das Royal unter der neu gegründeten «Société de Cinéma Le Royal AG» bis ins Jahr 1969.
1985 schloss das Kino seine Tore, doch ein «Groupe Cinéma» organisierte weiterhin zwei- bis dreimal jährlich Kinonächte, bei denen jeweils sechs oder sieben Filme auf dem Programm standen. Der Erfolg blieb nicht aus und bald schon wurden weitere Aktivitäten geplant: Themenabende und «Les Toiles du Mardi», eine Art Kino-Klub. In diesem Rahmen lief der Betrieb bis 1998 weiter.
1991 formierte sich die Kooperative «Le Royal» mit dem Ziel, das Gebäude zu übernehmen und umzubauen. Das Programm im Saal und die Filmvorführungen wurden weiterhin vom «Groupe Cinéma» durchgeführt.
1999 wurde das neue Royal mit Kino, Bibliothek, Ludothek und einem Kulturcafé (2012 geschlossen) eingeweiht. Im gleichen Jahr schloss sich die Kooperative Le Royal mit dem «Cinématographe» von Tramelan zusammen.

Emma Chatelain, 1/06/2010
Übersetzung: Kiki Lutz, 29/10/2013

Archivbestände

Mémoires d’Ici, Dokumentation, « Tavannes » (Dossier « Le Royal ») ; Web-Dossier « Demandez le programme ! »

Bibliografie

« Cinéma », Revue Intervalles, Nr. 55, Prêles, 1999


Yvan Vecchi, « Le Royal : l'ancien cinéma de Tavannes devient centre culturel », L'Hôtâ, Nr. 30, 2006, S. 29-36

Link: http://www.leroyal.ch/