Herz-Jesu-Kirche, Laufen

Die Herz-Jesu-Kirche an der Röschenzerstrasse in Laufen wurde 1913/1914 erbaut und dient als Gotteshaus der römisch-katholischen Kirchgemeinde von Laufen.

Die Vorgeschichte des Kirchenbaus geht bis auf den Kulturkampf der 1870er Jahre zurück. Im Laufe des Konflikts wurde die römisch-katholische Kirchgemeinde durch einen Beschluss des Berner Grossen Rates aus ihrer angestammten Katharinenkirche in Laufen verdrängt und diese der christkatholischen Gemeinde zugesprochen. Zunächst zog die vertriebene Gemeinde 1878 in eine Notkirche an der Baselstrasse. Ab 1891 konnte sie die Katharinenkirche sporadisch wieder nutzen, doch wurden sich die beiden Gemeinden über die Kirchennutzung nicht einig, und die Katholiken zogen sich wieder in die Notkirche zurück.

1900 gründeten einige Laufner den «Römisch-katholische Kirchbauverein Laufen», der das Grundstück an der Röschenzerstrasse erwarb. Standort und Kirchenneubau blieben aber lange Zeit sowohl politisch wie auch in den eigenen Kreisen umstritten. 1904 schenkten die Mitglieder des Kirchbauvereins das erworbene Grundstück der Kirchgemeinde. 1907 wurde eine Einigung mit den Christkatholiken über eine Auszahlung erzielt. Daraufhin musste Geld für den Neubau gesammelt werden, u.a. mit einer Lotterie im Kanton Wallis, da den Katholiken die Durchführung dieser Art von Sammelaktion im Kanton Bern nicht erlaubt war. Erst 1911 fiel der Entscheid der Kirchgemeindeversammlung zugunsten des Bauprojekts des Luzerner Architekten Wilhelm Hanauer. Im April 1913 fand die Grundsteinlegung statt. Am 25. November 1914, dem St. Katharinentag, weihte Bischof Jacobus Stammler die neue H. ein.

Dem imposanten Kirchbau im neogotischen Stil fehlte es in den ersten Jahren noch an zahlreichen Einrichtungen. Die erste Orgel konnte um 1918 erworben werden (sie wurde 1981 durch eine neue ersetzt). Erst 1921 kamen die fünf Glocken dazu.

1975-1976 erfuhr die Kirche eine umfassende Renovation zum Zwecke der Anpassung der räumlichen Verhältnisse an die Liturgieerneuerung infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils. U. a. wurde der neue Altar näher zu den Bänken der Kirchgänger versetzt und das Querschiff unterkellert, so dass später eine Krypta gebaut werden konnte (Einsegnung am 27. November 1979).

Eine erneute Renovation des Innenraums fand 2012-2013 statt. Dabei wurde insbesondere die Akustik verbessert und die Orgel renoviert.

Am 29./30. Juni 2014 feierte die Pfarrei Laufen den 100. Geburtstag der H. mit einem grossen Fest.

Kiki Lutz, 31/03/2016

Bibliografie

Paul Aeschi et al., 100 Jahre Herz-Jesu-Kirche Laufen, Bern 2014
Christina Borer-Hueber, «Laufen: 75 Jahre Herz-Jesu-Kirche», in Laufentaler Jahrbuch Nr. 4, 1989, S.50-55
Christof Klingenbeck, «Seelsorge statt Kirchensorge», Laufentaler Jahrbuch Nr. 29, 2014, S.97-100
Pfarrei Laufen Website (Stand: 16.11.2015)