Römischer Steinbruch, Dittingen

Römischer Steinbruch, DittingenBefund: Römischer Steinbruch
Datierung: römisch, Kaiserzeit
Grabung: Alban Gerster
Fundsammlung: Schulhaus Dittingen



Beim Bau eines Trinkwasserreservoirs oberhalb des Dorfes Dittingen wurde eine Einbuchtung im Schotterhang freigelegt, die sich als alter Steinbruch entpuppte. Der Hang besteht aus jener Art von Nérinée-Muschelkalk, den die Römer häufig für Bauten im Jura und in der Nordwestschweiz verwendeten. Auf eine Nutzung durch die Römer weisen ausserdem typische Abbruchspuren und teilweise bearbeitete Steinblöcke hin, welche dort zum Vorschein kamen. Zwei Säulenstücke passen nach Grösse und Art genau zu den Bauteilen im römischen Gutshof Müschhag (Laufen) und belegen, dass die Römer hier für ihren lokalen Bedarf Material bezogen. Aufgrund der Splitterabfälle und Abbauspuren nimmt man an, dass sich der Steinbruch auf ca. 300m Breite ausdehnte und somit Dimensionen besass, die ihn auch zum Steinlieferanten für zahlreiche weiter entfernte Abnehmer qualifizierten. Steine aus Dittingen wurden auch in Bauten von Augusta Raurica nachgewiesen.

Kiki Lutz, 16/07/2012

Bibliografie

Alban Gerster, «Ein römischer Steinbruch bei Dittingen», in Helvetia archaeologica Heft 33, 9/1978, S. 67-69
Lorenz Häfliger, «Geschichte der Steinhauerei im Laufental. Mit Kalkstein zu Arbeit und Verdienst», in CH-Forschung Nr. 10, Jg. 16, 1999, S. 1-3
Daniel Hagmann, Zur Geschichte der Steinhauerei im Laufental, Laufentaler Museumsheft, Laufen 1993, S. 9
Franz Jermann, «Steine aus der Römerzeit», in Heimatkunde Dittingen, Dittingen 2005, S. 71-72

Freundlicher Hinweis von Reto Marti, Kantonsarchäologe Kanton Basel-Landschaft, mit Verweis auf eine 1994 durchgeführte Untersuchung von Philippe Rentzel (IPNA, Universität Basel)

Bildnachweis

Spuren des römischen Steinbruchs bei Dittingen. Bild: Archäologie und Museum Baselland.