Kulturforum Laufen

Das Kulturforum Laufen geht auf eine kulturelle Initiative aus dem Jahr 1969 zurück. Die beiden Initianten Gerhard Vitt und Cyrill Frey aus Röschenz richteten zusammen mit ihrem Basler Kollegen Dieter von Arx in den alten Kellerräumen des Restaurants «Brauerei» in Laufen den Begegnungsort «Brauerei-Chäller» ein, der eine «Brücke zwischen dem Jura und Basel sein sollte». Am 21. Dezember 1969 fand die Eröffnungsvernissage mit Fotografien von Hansjörg Aenis, Keramik von Marino Forgiarini und Plastiken von Alfred Wysann statt. In den nächsten Jahren wurden viele Ausstellungen mit regionalen Kunstschaffenden, aber auch international bekannten Namen organisiert. Bald darauf entstand in demselben Lokal auch ein Kleintheater mit Bühne. Ganz gemäss dem gefassten Vorsatz kamen auch viele Künstler/innen aus dem Jura nebst solchen aus der Region Basel zum Zuge, sowie experimentelle Programminhalte neben eher Bewährtem.
Die verheerende Überschwemmung vom 23. Juni 1973 in Laufen stellte das Fortbestehen des Kellers zunächst in Frage. Doch dann kam die Gemeinde Laufen der noch jungen Kulturinstitution zu Hilfe. Die kontinuierliche Unterstützung ermöglichte in den Folgejahren eine verlässliche Programmplanung. Die Räume konnten fortan auch von externen Veranstaltern gemietet werden.
1984 verlieh die Kommission für allgemeine kulturelle Fragen des Kantons Bern dem Brauerei-Chäller zusammen mit dem Museum Laufental den Anerkennungspreis für «Bemühen im besonderen Mass für Erhaltung der Kultur im Laufental», der mit je CHF 10'000.- dotiert war.
Gegen Ende der 1980er wollten die Initianten die Führung des Kellers abtreten. 1989 wurde schliesslich der «Verein Kulturforum Brauerei-Chäller» gegründet und der «Chäller» mit einem dreitägigen Fest neu eröffnet.


2002 zog das Kulturforum zusammen mit der Musikschule Laufental-Thierstein in das eigens zum Kulturzentrum umgebaute Alte Schlachthaus in Laufen um. Der neue Ort, mit grossem Theatersaal und Bühne, legte auch einen neuen Namen nahe und so wurde der Verein auf den heutigen Namen umbenannt. Neben dem breit gefächerten Programmangebot betreibt das K. im «Alten Schlachtuus» weiterhin auch eine Galerie, die regionalen Kunstschaffenden eine Ausstellungsplattform bietet.
Dem Leitbild vom Juni 2004 liegt der gesellschaftlich ausgerichtete Kulturbegriff des Europarats zugrunde. Das K. verfolgt einen breiten Ansatz bei Programm und Kulturförderung und versteht sich nicht nur als Anbieter, sondern auch als Brückenbauer für soziale Begegnungen. Das K. wirkt als kulturelles Zentrum v.a. für Publikum aus dem Laufental, dem Schwarzbubenlandund dem unteren Baselbiet und legt innerhalb der rund 50 Veranstaltungstermine pro Jahr einen Schwerpunkt auf Angebote für Kinder und Jugendliche. Neben seinen Aktivitäten als Veranstalter nimmt das K. auch öffentlich Stellung zu kulturpolitischen Themen.

Kiki Lutz, 19/12/2011
Letzte Aktualisierung: 16/11/2015

Bibliografie

http://www.kfl.ch/ (Stand: 14.11.2011, 16.11.2015)


Madlen Blösch, «25 Jahre Brauerei-Chäller Laufen», in dr Schwarzbueb, Jg. 1996, S. 80-82
Dagmar Brunner, «Von der Wurst zur Kultur», in Programmzeitung, September 2002, Online-Archiv (Stand: 14.11.11) http://www.programmzeitung.ch


Urs Haller und Christine Borer-Huber, «Vom Kultur-Versuch zur Kultur-Institution», in Laufentaler Jahrbuch, Nr. 29, 2014, S. 84-91


Hinweise erhalten von Martin Blatter


Link: http://www.kfl.ch/