Cueni, August (1883-1966)

Cueni, August (1883-1966)

Bürger von Dittingen, seit 1959 Ehrenbürger von Zwingen, geboren am 12. Mai 1883 in Zwingen, gestorben am 25. Oktober 1966 in Zwingen. Konfession: römisch-katholisch. Sohn des August, Kleinbauer, und der Odilia Anklin. Heirat: 1920 mit Christine Dahmen, Fürsorgehelferin. Kinder: Helga, Helwin, Elfriede, Erich, Ingeborg.

Ausbildung und Werdegang
Schulen in Zwingen und Laufen. Kaufmännische Ausbildung an der Wydenmannschen Handelsschule in Basel, danach (1902) saisonale Anstellung als Buchhalter in einem Hotel in Rigi-Kaltbad. Nach einem kurzen Sprachaufenthalt am Institut St. Benoit in Delle und dem Besuch der nahen Steinbrüche hegte er den Wunsch, Bildhauer zu werden. 1903-05 absolvierte er eine Malerlehre in Basel und belegte gleichzeitig Zeichenkurse bei Fritz Schider an der Gewerbeschule Basel. Danach Arbeit in einem Malergeschäft in St. Gallen. 1907-1908 begab er sich zusammen mit seinem Freund und Kollegen August Wanner und später mit Albert Nyfeler auf Wanderschaft nach Deutschland und Holland. Dabei verdiente er sein Geld hauptsächlich als Ausmaler von Kircheninnenräumen, arbeitete aber nebenher auch für sich künstlerisch und wurde darin von seinem Onkel Bernhard und dessen beiden ledigen Schwestern unterstützt und ermutigt. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz nahm er Maleraufträge in Kirchen und Kapellen in Wangen b. O. und im Wallis an. In dieser Zeit entstanden erste Fotoarbeiten, die aber nicht erhalten sind. 1910 unternahm er eine Schweiz-Reise, u.a. auf den Spuren von Ferdinand Hodler.
1910-1914 studierte A.C. in München an der Kunstgewerbeschule bei Julius Diez und an der Kunstakademie bei C. J. Becker-Gundahl, Adolf Hengeler und Ludwig Herterich. Atelier in München. Freundschaft und Austausch mit weiteren Schweizer Künstlern: Alfred Heinrich Pellegrini, Otto Plattner, Alexander Zschokke.
1914 Rückkehr nach Zwingen. Mitarbeit auf dem väterlichen Hof während der Kriegsjahre und Fortsetzung seiner künstlerischen Tätigkeit, insbesondere als Portrait- und Landschaftsmaler, neben Gelegenheitsarbeiten als Flachmaler.
1918 Vertretung von August Wanner als Gewerbelehrer in St. Gallen. 1919 Aufnahme in die Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA. 1920 Heirat und ab dann Niederlassung in Zwingen. Nach der Hochzeit begann er aus finanziellen Gründen neben der Malerei und den Zeichnungen vermehrt Holz- und Linolschnitte herzustellen und die Blätter zu verkaufen. Es folgten regelmässige Teilnahmen an Ausstellungen in der Schweiz (s. S. 2). 1926 Kauf und Umbau eines alten Bauernhauses in Zwingen. In den Jahren 1925-1950, Zeit seiner höchsten Produktivität, plagten ihn finanzielle Sorgen um seine grosse Familie. Um 1950 begann die Zeit der Anerkennung und seine Bilder fanden zunehmend Absatz.
1981 wurde unter dem Patronat der Gemeinde Zwingen die August Cueni-Stiftung gegründet.

Kiki Lutz, 16/11/2011
Letzte Aktualisierung: 10/03/2016

Bibliografie

Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Leipzig 1953
August Cueni-Stiftung, Website (Stand 07.11.2011): http://www.augustcueni.ch
August Cueni Stiftung (Hg.), August Cueni - Holzschnitte, Zwingen 1983
August Cueni-Stiftung (Hg.), August Cueni 1883-1966. Impressionen, Zwingen 1997
August Cueni-Stiftung (Hg.), Gedenkausstellung August Cueni. Gestern - Heute, Liestal 2003
August Cueni-Stiftung (Hg.), Gedenkausstellung August Cueni. Erbe des Künstlers, Liestal 2008
Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst, Zürich und Lausanne, 1998
Biolex, Personenlexikon des Kantons Basel-Landschaft  (Stand 25.10.2011): http://www.baselland.ch/CUENI_August-htm.291702.0.html
Helwin Cueni und Leo Jermann,«August Cueni, Maler des Laufentales und des Schwarzbubenlandes», als Sonderdruck der Jurablätter, Heft 10, Oktober 1986
Helwin Cueni, «Mein Vater August Cueni», in Laufentaler Jahrbuch, Nr. 8 1993, S. 82-87.
Pierre Gürtler, «Zum 110. Geburtstag von August Cueni», in Laufentaler Jahrbuch, Nr. 8 1993, S. 105-113.
Künstler Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert, Frauenfeld, 1958
«Neu im Museum», in Laufentaler Museumsheft, Nr. 16, 2003, S. 4-6
Gustav Peyer, «August Cueni», in Jubiläums-Ausstellung August Cueni in den Räumen des neuen Schulhauses Laufen, 4. April bis 16. April 1953, Breitenbach, 1953, S. 7-8
SIKART Lexikon und Datenbank zur Kunst in der Schweiz und im Fürstentum Lichtenstein, Online Version (Stand 25.10.2011): http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4024575
«Vorschau», in Laufentaler Museumsheft, Nr. 16, 2003, S. 11-12
Zwingen, Website der Gemeinde (Stand 25.10.2011): http://www.zwingen.ch/august.htm


 


Hinweise erhalten von Erwin Cueni und von Helwin Cueni.
Hinweis erhalten von Markus Fellmann, Enkel von August Cueni.

Bildnachweis

August Cueni, Selbstbildnis (an seinem 80. Geburtstag), Öl auf Leinwand, 1963


Aus: August Cueni-Stiftung (Hg.), Gedenkausstellung August Cueni. Gestern – Heute, Liestal 2003. Mit freundlicher Genehmigung der August Cueni-Stiftung.