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Kantonales Amt für Beziehungen zur 'ffentlichkeit

Im Zusammenhang mit der Jurafrage schuf die Regierung des Kantons Bern 1964 das kantonale Amt für Beziehungen zur Öffentlichkeit. Es wurde von André Ory geführt, der sein Amt offiziell am 1. April 1965 antrat, seine Aufgabe jedoch de facto bereits seit 1. Dezember 1964 wahrnahm.
Die Schaffung dieses Amtes erfolgte im Rahmen einer Wende, welche die Berner Politik in den Jahren 1964-1967 vollzog. Nachdem sie bis dahin jeglichem separatistischen Ansinnen vollkommen ablehnend begegnet war, lag der Berner Regierung nun plötzlich viel daran, die Frage möglichst schnell zu regeln – aus der Befürchtung heraus, dass die durch den Front de libération jurassien FLJ (seit Herbst 1963) und die Demonstration auf Les Rangiers aufgeschreckte Eidgenossenschaft sich zu stark in die Problematik einmischen könnte.
Eines der Ziele des A. lag daher darin, jede Mediation seitens des Bundes in der Jurafrage zu vermeiden, indem das Problem so bald wie möglich durch eine Volksabstimmung angegangen wurde. Ausserdem oblagen dem A. die Aufgaben, die Berner Regierung vertraulich über die Machenschaften der Separatisten zu informieren und alle Aktionen zugunsten der kantonalen Einheit zu koordinieren, sowie ein gemeinsames Propagandaprogramm aller antiseparatistischen Organisationen zu erarbeiten und die verschiedenen Parteien fester an den Kanton zu binden.

Emma Chatelain, 13/10/2009
Übersetzung: Kiki Lutz, 15/06/2010
Letzte Aktualisierung: 11/11/2013

Archivbestände

Berner Staatsarchiv, Bestand Moine, « Question jurassienne I »

Bibliografie

Emma Chatelain, « Nous sommes des hommes libres sur une terre libre ». Le mouvement antiséparatiste jurassien (1947-1975), son idéologie et ses relations avec Berne, Neuchâtel, 2007, S. 74-75