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Separatismus

Allgemeine Bezeichnung für verschiedene aktivistische Bewegungen, die sich für die Gründung eines Kantons Jura einsetzten und später für die Wiedervereinigung des Kantons Jura mit dem Berner Jura. Am 30. November 1947 wurde in Moutier das Mouvement séparatiste jurassien MSJ (Separatistische Bewegung des Juras) gegründet. Es entstand nach der Gründung des Komitee von Moutier und in der Folge der Affäre Moeckli. Am 9. September 1951 wird das MSJ in Rassemblement jurassien RJ (jurassischer Zusammenschluss) umbenannt. Nach dem Misserfolg der Volksabstimmung vom 5. Juni 1959 (die über die Einführung eines vorbereitenden Volksbegehrens im jurassischen Kantonsteil entschied), beschloss das RJ seine Tätigkeiten zu verstärken, indem zusätzliche Organisationen gegründet wurden. Die erste war die Association suisse des Amis du Jura libre ASAJL (schweizerischer Verein der Freunde des freien Jura) und wurde in Genf Ende 1961 gegründet. Darauf folgten die Gründungen des Groupe Bélier im Juli 1962 in Neuenburg, der Association des Jurassiens de l'extérieur (Vereinigung der auswärtigen Jurassier) im Dezember 1962, der Association féminine pour la défense du Jura AFDJ (Frauenverein zur Verteidigung des Jura) im März 1963 und des Mouvement universitaire jurassien (jurassische Studentenbewegung) 1964 in Lausanne.
Erst nach den Volksbegehren entstanden wieder neue Bewegungen des S. und diesmal vor allem im Südjura. Zunächst entstand die Gruppierung Jeunesse Sud am 1. Februar 1975 und danach im Januar 1976 die Unité jurassienne UJ (jurassische Einheit) als Ergänzung des RJ in den Bezirken Moutier, Courtelary und La Neuveville. 1994 vereinigen sich RJ und UJ und werden zum Mouvement autonomiste jurassien (jurassische Unabhängigkeitsbewegung).

Emma Chatelain, 8/02/2006
Übersetzung: Kiki Lutz, 18/05/2010

Bibliografie

Gilbert Ganguillet, Le conflit jurassien. Genèse et trajectoire d'un conflit ethno-régional, Zurich, 1998, pp. 87-89